Nachhaltiger
Textilkonsum

Die zahlreichen Probleme, welche Fast Fashion mit sich bringt, wirken schier unlösbar. Doch es gibt Lösungen. Einige davon erfordern politische Veränderungen, internationale Gesetze, Bestimmungen und Standards. Doch auch wir KonsumentInnen haben einen direkten Einfluss auf die Textilindustrie und auch wir können dazu beitragen, eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.

 

1. Abfall reduzieren -
Reparieren, Leihen, Second Hand

Viele Probleme der Textilindustrie sind auf die unglaublichen Mengen an Kleidern, welche produziert werden müssen, und die daraus resultierende Abfallmenge zurückzuführen. Diesem Problem können wir entgegenwirken, indem wir bewusster konsumieren und die Lebensdauer von Kleidern verlängern. Je länger die Lebensdauer von Kleidungsstücken, desto weniger muss produziert werden. Ressourcen und die Umwelt werden dadurch geschont.

 

2. Umweltschonend Waschen

Die Nutzung eines Textils, vom Kauf bis zur Entsorgung machen etwa 30% des ökologischen Fussabdrucks aus. Es macht also Sinn, auch die Nutzung von Kleidern nachhaltiger zu gestalten. Hier kannst du darauf achten, dass die Waschmaschine immer möglichst voll geladen wird und du bei niedrigen Temperaturen wäschst. So reduziert sich der Wasser- und Energieverbrauch und von synthetischen Stoffen löst sich so weniger Mikroplastik ab.

 

3. Fast Fashion vermeiden -
Slow Fashion fördern

«KonsumentInnen sollten sich bewusst sein, wie ein Produkt hergestellt wird und was für ein Prozess dahinter steckt.»

- Reuben Swamidoss
  CEO Century Apparels

Auch der Kleiderkauf kann nachhaltiger gestaltet werden. Shirts für 5 Franken sind zwar gut für’s Portemonnaie, jedoch schlecht für die Umwelt und für das Produktionspersonal. Bei Slow Fashion gilt: Qualität vor Quantität! Gut verarbeitete, fair und nachhaltig produzierte Kleider haben zwar ihren Preis, jedoch halten sie auch länger und können öfters getragen werden. Das spart Ressourcen. 

 

4. Spontankäufe vermeiden - Einkauf planen

Viele der Kleider, welche wir kaufen, werden kaum gebraucht und hängen die meiste Zeit in unserem Kleiderschrank. Es lohnt sich also zu überlegen, ob du das T-Shirt oder die Bluse im Schaufenster wirklich braucht. Du kannst beim Kleiderkauf ebenfalls darauf achten, dass sich ein Kleidungsstück gut mit dem Rest deines Kleiderschranks kombinieren lässt. So kannst du die Kleider häufiger brauchen und brauchst weniger verschiedene Teile.

 

5. Auf nachhaltige Stoffe achten

Polyester macht mittlerweile ca. 60% aller Textilfasern von Kleidern aus. Doch Polyester ist kein nachhaltiger Stoff. Es wird unter sehr hohem Energie- und Wasseraufwand aus Erdöl hergestellt. Zudem verursacht es Mikroplastik, welches von der Natur nicht abgebaut werden kann.
Mittlerweile gibt es jedoch viele Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen, welche biologisch abbaubar sind, auf welche du beim Kleiderkauf achten kannst. Unten in der Slideshow findest du einige Beispiele dazu.

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Bio - Baumwolle

 

6. Auf soziale Bedingungen achten

Unsere Kleider durchlaufen einen langen Produktionsprozess, an welchem viele Menschen beteiligt sind. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen, sondern auch auf die Menschen, welche unsere Kleider herstellen.
Um der Ausbeutung von Produktionsländern entgegenzuwirken, kannst du auf Unternehmen setzen, welche folgende Punkte unterstützen:

💰
Faire Löhne, mit welchen TextilarbeiterInnen ihre Existenz sichern können.


Sicherheitsmassnahmen, welche sicherstellen, dass TextilarbeiterInnen am Arbeitsplatz vor Verletzungen, Unfällen und giftigen Chemikalien geschützt sind.

🏫
Der Aufbau von Infrastrukturen wie z.B. Schulen, Spitälern und Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

🏥
Der Aufbau von sozialer Sicherheit wie z.B. Krankenversicherungen, Unfallversicherungen, Vorsorgesystemen etc.

ℹ︎
Mehr Informationen zu nachhaltigen Textillabels findest du hier.

 

7. Produktionskette kennen

«Nachhaltige Textilien funktionieren nur mit einer guten Zusammenarbeit innerhalb der langen Produktionskette»

- Marion Röttges
  Co-CEO Remei AG

Achte beim Kleiderkauf auf Transparenz. Nur wenn du rückverfolgen kannst, wie und wo die Produkte hergestellt werden, kannst du auch sicherstellen, ob es sich um eine nachhaltige Produktion handlet. Wenn über die Produktionskette einer Kleidermarke oder eines Modehaus keinerlei Informationen vorhanden sind, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht um ein nachhaltiges Unternehmen.