Probleme von
Fast Fashion

 
CO2-Ausstoss

Die Textilindustrie verursacht jährlich Unmengen an CO2. Das liegt hauptsächlich an den langen Transportwegen der Textilien und den energieintensiven Produktionen, welche den Strom grösstenteils aus Kohlekraftwerken beziehen.

So viel verursacht die Textilbranche jedes Jahr. Damit verursacht der Textilkonsum schätzungsweise 5% der weltweiten CO2-Emissionen und damit mehr als:

  • der gesamte Flugverkehr

     (1 Mrd. Tonnen)

  • die gesamte Schifffahrt

     (870 Mrd. Tonnen)

Tonnen CO2

1'200'000'000 

Wasserverbrauch
 
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In der Herstellung von Textilien wird sehr viel Wasser verbraucht. Ein Grossteil dieses Verbrauchs ist auf die Baumwollproduktion zurückzuführen. Laut dem Umweltbundesamt verbraucht die Herstellung von einem Kilogramm Baumwolle, je nach Sorte und Bewässerungsart zwischen 3'600 und 26'900 Liter Wasser.
Doch auch das Färben und Veredeln von Stoffen verbraucht sehr viel Wasser, pro Kilo Stoff zwischen 60 und 360 Liter.


Für den hohen Wasserverbrauch in der Textilindustrie wird nicht selten Grundwasser abgezapft, was zur Austrocknung der Böden führt und schwerwiegende Folgen für die in den Produktionsländern lebende Bevölkerung hat.

8'000

Liter Wasser

verbraucht die Herstellung einer Jeans.
Das entspricht etwa 53 vollen Badewannen.

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=

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2'000 - 3'000

Liter Wasser

verbraucht die Herstellung eines konventionellen Baumwollshirts.
Das entspricht etwa 20 Badewannen.

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=

Wasserverschmutzung
 
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Neben dem hohen Wasserverbrauch ist auch die enorme Wasserverschmutzung durch die Textilindustrie ein grosses Problem. Abwasser gelangt meist ungefiltert zurück in den Kreislauf und vergiftet so Böden und das Grundwasser. Darunter leidet die Bevölkerung der Produktionsländer sehr stark.

Pestizide und Dünger

25%

der eingesetzten Insektizide

10%

+

der eingesetzten Pestizide

weltweit kommen in der konventionellen Baumwollproduktion zum Einsatz, obwohl diese nur gerade mal 2.5% der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzflächen ausmacht. Diese Pestizide, Insektizide, aber auch die verschiedenen Dünger versickern anschliessend im Boden und gelangen so ins Grundwasser.

Giftige Chemikalien

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Dhaka, August 31, 2019
Dhaka, August 31, 2019

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6500

verschiedene
Chemikalien

werden in der Textilveredlung verwendet. Textilien werden geglättet, gebleicht, gefärbt, bedruckt und teilweise imprägniert. Pro Kilogramm Kleider werden so während diesen Prozessen im Schnitt ein Kilogramm Chemikalien verwendet. Viele davon, darunter auch Schwermetalle wie Arsen und Cadmium, sind krebserregend.

17 - 20%

des industriellen
Abwassers

geht auf die Textilindustrie zurück. Das Abwasser mit den giftigen Chemikalien und Farbstoffen wird oft ungefiltert in Flüsse abgelassen, wodurch Menschen und Tiere vergiftet werden.

Plastikverschmutzung
 

Ein Grossteil unserer Kleidung besteht aus synthetischen Fasern wie Polyester, Polyacryl, Polyamid, Elasthan und Acetrat. Diese Stoffe werden aus Erdöl hergestellt und verlieren bei jedem Waschgang kleine Mengen an Fasern. Dabei handelt es sich um Mikroplastik. Kläranlagen können dabei nur einen Teil des Mikroplastik filtern. Der Rest landet in Grundwasser, Flüssen und im Meer.

des Mikroplastiks
im Meer 

20 - 35%

stammt laut WWF aus
synthetischer Bekleidung.

Soziale Missstände
 

Auch billige Kleider haben ihren Preis. Doch den bezahlen oft nicht die KonsumentInnen, sondern die Menschen, welche in der Textilindustrie arbeiten.

DHAKA BANGLADESH APRIL 24 2013 A top view of Rana plaza building which collapse at Savar,

1'135

Tote

2'438

Verletzte

So viele Opfer forderte der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza am 24. April 2013 in Bangladesch, einer von vielen Unfällen in der Textilindustie.

Tiefes Lohnniveau

2018 wurde der Mindestlohn für BekleidungsarbeiterInnen in Bangladesch, dem weltweit zweitgrössten Exportland für Textilien, von umgerechnet 63 US-Dollar auf 95 US-Dollar pro Monat erhöht. Ein Lohn der zum Überleben und für die Versorgung einer Familie immer noch nicht reicht. 

Gewerkschaften in Bangladesch fordern für ein Existenzminimum vergeblich einen monatlichen Mindestlohn von 191 US-Dollar.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Auch nach dem Unglück von Rana Plaza fehlen in vielen Fabriken immer noch Notausgänge und Brandschutzmassnahmen. Sozialversicherungen, medizinische Versorgung, Schutz vor giftigen Chemikalien oder einfach regelmässige Pausen sind in vielen Textilfabriken nicht gewährleistet.

DHAK BAANGLADESH 01JULY 2020 Workers busy in making jute sacks at jute processing mill in

Leistungsdruck

Fixe Stundenlöhne sind in der Textilindustrie eine Seltenheit. Oft werden ArbeiterInnen nach einem vorgegebenen Produktionsziel bezahlt, welches so hoch ist, dass Überstunden an der Tagesordnung sind.

Arbeitstage von 12 bis 14 Stunden sind in Textilfabriken eine Normalität.

Intransparenz

Die Textilindustrie ist ein sehr undurchsichtiges System.
Laut dem Öko-Institut werden 30 bis 50 Prozent der Produktion in nicht offiziell registrierten Fabriken, sogenannten "Shadow Factories", abgewickelt. 

Die Beteiligung dieser zahlreichen Subunternehmen und Zulieferer erschweren Kontrollen und führen dazu, dass Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen nicht eingehalten werden. Viele Modelabels wissen durch dieses untransparente System oft selber nicht, wo und wie die von ihnen vertriebenen Kleider hergestellt wurden.

Kinderarbeit

BALKH  NOVEMBER 4 Noorullah, 10, and Islamuddin, 7, from Balkh city, Balkh, pick cotton No

Auch Kinderarbeit ist immer noch ein grosses Problem in der Textilindustrie. Laut Erhebungen von Südwind sind alleine in der indischen Baumwollproduktion immer noch 32% Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 17 tätig.

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nachhaltiger Textilkonsum